Press release · 05.04.2025 Sybilla Nitsch ist neue Landesvorsitzende des SSW
Die Delegierten des außerordentlichen Landesparteitags in Busdorf wählten heute die 44-jährige Husumerin an die Spitze der Partei. Sybilla Nitsch ist die zweite weibliche Landesvorsitzende in der Parteigeschichte nach Gerda Eichhorn (1997-2005).
Nitsch erhielt 97 der insgesamt 112 Delegiertenstimmen und damit eine Zustimmung von rund 87 Prozent.
„Das ist ein ehrliches Ergebnis, über das ich mich sehr freue. Ich danke allen, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben – und ich nehme auch die Stimmen der Skepsis ernst. Mein Ziel ist es, alle mitzunehmen und gemeinsam dafür zu sorgen, dass der SSW weiterhin kraftvoll für die Minderheiten, für soziale Gerechtigkeit und für unseren Norden einsteht", sagte die frischgewählte SSW-Vorsitzende.
Sybilla Nitsch folgt auf Christian Dirschauer, der sein Amt niedergelegt hat, um sich künftig auf seine neue Aufgabe als Fraktionsvorsitzender im Kieler Landtag zu konzentrieren. Er habe den Landesvorsitz mit Leib und Seele ausgeübt, sagte Dirschauer, dem der Abschied sichtlich schwer fiel.
"Aber ich bin überzeugt davon, dass es nicht gut für eine Partei ist, wenn zu viele Schlüsselpositionen in einer Hand liegen. Der SSW lebt von Mitbestimmung und starken Strukturen - nicht vom Einfluss Einzelner", so Dirschauer.
Zum neuen 1. stellvertretenden Vorsitzenden wurde der Harrisleer Kommunalpolitiker Svend Wippich (57) gewählt, der bislang den zweiten Stellvertreterposten innehatte. Wippich erhielt 105 von 110 abgegebenen Stimmen. Über 95 Prozent der Delegierten folgten damit dem Vorschlag des Landesvorstandes. Wippich gilt parteiintern als eine der treibenden politische Kräfte für die Einhaltung der UN-Nachhaltigkeitsziele - nicht nur auf kommunaler, Landes- und Bundesebene, sondern auch innerhalb der Partei selbst.
Mit Spannung wurde auch die Wahl zum 2. stellvertretenden Vorsitzenden als Nachfolge von Svend Wippich verfolgt. Denn hier gab es eine Kampfabstimmung zwischen der vom Landesvorstand vorgeschlagenen Kandidatin Sarina Quäck (39) aus Freienwill und dem 26-jährigen Mads Lausten aus Flensburg, unterstützt von den Kreisverbänden Flensburg, Rendsburg-Eckernförde sowie der SSW-Jugend.
Mit 55 Stimmen gelang es schließlich Sarina Quäck, die Wahl für sich zu entscheiden. Lausten unterlag mit 42 Stimmen.
Zum neuen Beisitzer im Landesvorstand (zuvor Sarina Quäck) wurde der Flensburger Lars Erik Bethge gewählt.
Ein zentrales politisches Signal ging vom Parteitag mit der Verabschiedung eines Leitantrags des Landesvorstandes aus. Unter dem Titel „Für ein demokratisches, modernes und zukunftsgerechtes Land“ formuliert der SSW seine Erwartungen an die neue Bundesregierung in Berlin.
Der SSW-Bundestagsabgeordnete Stefan Seidler stellte die Resolution vor:
„Berlin muss begreifen: Minderheitenrechte sind keine Folklore, sondern Teil unserer demokratischen DNA. Und soziale Gerechtigkeit darf kein Standortvorteil Süddeutschlands bleiben. Wir erwarten, dass die neue Bundesregierung den Norden mitdenkt – bei Investitionen, beim Klimaschutz, bei der Bildung.“
Der SSW fordert unter anderem:
• Die Aufnahme von Minderheitenrechten ins Grundgesetz.
• Massive Investitionen in Infrastruktur und Küstenschutz in Schleswig-Holstein.
• Ein Klimageld für alle und eine soziale Energiewende
• Steuerfairness durch eine gerechte Vermögens- und Erbschaftsbesteuerung
• Eine vertiefte europäische Zusammenarbeit für Demokratie und Sicherheit – insbesondere in der Ostseeregion.
Rund 140 Delegierte und Gäste nahmen am Parteitag in der Busdorfer Wikingerschänke teil. Darunter auch die dänische Generalkonsulin Annette Lind, der Vorsitzende des Südschleswig-Ausschusses im dänischen Parlament, Benny Engelbrecht, sowie gestandene SSW-Veteranen wie die ex-SSW-Ministerin Anke Spoorendonk und der Ehrenvorsitzende der Partei Flemming Meyer.
Anlagen:
Link zur Antrittsrede von Sybilla Nitsch: https://www.ssw-sh.de/themen/vi-skal-passe-paa-hinanden-og-styrke-vores-faellesskaber
Link zur Abschiedsrede von Christian Dirschauer: https://www.ssw-sh.de/themen/det-har-vaeret-en-aere-at-vaere-jeres-formand
Link zum Leitantrag „Für ein demokratisches, modernes und zukunftsgerechtes Land“: https://www.ssw-sh.de/fileadmin/user_upload/daten/aktuelles/2025/TOP6-ResolutionErwartungNeueBundesregierung05.04.2025.pdf